CFP: Raum – Künste: Intermediale Kontexte historischer Architektur und ihrer Ausstattung

Deadline:  29 February 2016

24. Tagung des Arbeitskreises deutscher und polnischer Kunsthistoriker und Denkmalpfleger Greifswald, Greifswald, Germany

20–22 October 2016

organisiert vom Caspar-David-Friedrich-Institut der Universität Greifswald

Historische Architektur ist ohne ihre Ausstattung nicht zu denken. Die Gebäude, gleichgültig ob sakral oder profan, schufen den unverzichtbaren Rahmen für Werke der Malerei, Skulptur und anderer künstlerischer Medien. Diese fügen sich dem zugewiesenen Ort innerhalb der Bauten ein, erfüllen dort ihre Funktionen, entfalten auch ihre ästhetische Wirkung. Die Kunstwerke sind nur dann voll zu verstehen, wenn man sie als Teil eines architektonischen Ganzen begreift, das mehr ist als die Summe seiner Einzelteile. Dasselbe gilt auch für die Bauten selbst, die sich in eine stadträumliche oder landschaftliche Umgebung harmonisch einfügen oder aber mit ihr in Konflikt stehen und sich bewusst von ihr distanzieren. Der originale topographische Kontext ist heute allerdings häufig zerstört. Dadurch haben die Bauten und ihre Ausstattung ihre gleichsam natürliche Umgebung verloren, werden ort- und partiell sinnlos. Deshalb gehört es zu den grundlegenden Aufgaben einer historisch und am Objekt orientierten Kunstgeschichte, sich mit den intermedialen Kontexten historischer Architektur zu beschäftigen. Dies gilt gerade auch für die von den kriegerischen Ereignissen des 20. Jahrhunderts besonders betroffenen Regionen des gemeinsamen kulturellen Erbes von Polen und Deutschen, die im Fokus der Interessen des Arbeitskreises stehen.

Für die Tagung in Greifswald werden Beiträge zu Themen vom Mittelalter über die Frühe Neuzeit bis in die jüngste Vergangenheit erbeten, die sich entweder mit dem Zusammenspiel der künstlerischen Medien mit der Architektur oder der Architektur mit dem umgebenden Raum beschäftigen. Das können Analysen der Wirkungen komplexer ästhetischer Konvolute ebenso sein wie Rekonstruktionen originaler Kontexte. Der Fokus liegt dabei auf Funktion und Bedeutungsgehalt der Objekte, die sich durch die spezifische topographische Position bzw. deren Veränderungen ergeben. Weiter ist zu fragen, wie die Objekte selbst auf ihre Umgebung einwirken. War die intermediale Organisation eines Raumes durch traditionsbedingte, habituelle oder rechtliche Vorgaben und Muster geregelt? Welche Strategien verfolgten Auftraggeber und Nutzer? Wie verändert eine kontextferne Aufstellung etwa in Museen die Wirkung von Kunstwerken? Entstehen dadurch neue Interaktionen von Raum und Künsten?

Über den regionalen Fokus des Arbeitskreises deutscher und polnischer Kunsthistoriker und Denkmalpfleger hinaus sind vergleichende Studien sehr erwünscht. Neben thematischen Vorträgen (Redezeit 20 Min.) bietet die Informationsbörse des Arbeitskreises ein Forum zur Vorstellung aktuell laufender, individueller oder institutioneller Forschungsprojekte zur Kunstgeschichte und Denkmalpflege (Kurzreferate, max. 10 Min.) im Bereich des gemeinsamen kulturellen Erbes von Polen und Deutschen.

Konferenzsprachen sind Deutsch und Englisch. Wir bemühen uns um die Finanzierung einer Simultanübersetzung, damit auch Polnisch als Vortragssprache möglich sein wird.

Bitte senden Sie Ihr Exposé für einen Vortrag bzw. die Informationsbörse (etwa eine Seite DIN-A 4, 2.400 Zeichen), einen kurzen Lebenslauf sowie Angaben zu Ihrer derzeitigen Tätigkeit bis zum 29.02. 2016 an:

Caspar-David-Friedrich-Institut
Prof. Dr. Gerhard Weilandt
Rubenowstr. 2b
17489 Greifswald

Am besten per E-Mail: gerhard.weilandt@uni-greifswald.de

Source:  http://arthist.net/archive/11998