CFP: Neues zu Burgendenkmalpflege, Burgenerfassung und Burgenforschung aus Baden-Württemberg

Deadline:  29 April 2016

Esslingen, Germany

27-29 October 2016

Tagung des Marburger Arbeitskreises für europäische Burgenforschung e. V., des Landesamtes für Denkmalpflege Baden-Württemberg, des Kreisarchivs Esslingen und der Stadt Esslingen vom 27.-29. Oktober 2016 in Esslingen, Landesamt für Denkmalpflege

Baden-Württemberg weist eine große Zahl bedeutender und auch besonderer Burgen auf. Dies ist dem Umstand zu verdanken, dass das Gebiet des heutigen Bundeslandes vom Mittelalter bis in die Frühe Neuzeit hinein aus einer Vielzahl verschiedener Territorien bestand. Die größeren Landesherrschaften wie die Grafschaft bzw. das Herzogtum Württemberg, die Kurpfalz, die Grafen von Hohenlohe oder die Markgrafschaft Baden nutzten den Burgenbau bzw. die Kontrolle über Burgen als Mittel zum Landesausbau und Werkzeug der Territorialpolitik. Ein wesentlicher Teil der Burgen und Adelssitze geht jedoch auf niederadlige Bauherren zurück, die sich gegen ihre mächtigen fürstlichen Nachbarn zu behaupten hatten.
Lange standen vor allem stauferzeitliche Bauten im Fokus der Burgenforschung, doch gerade im Südwesten finden sich mindestens ebenso herausragende Zeugnisse des spätmittelalterlichen Burgenbaus bzw. des Ausbaus von Burgen bis ins frühe 17. Jahrhundert. Diesen Reichtum an Burgen und ihre Erhaltung will die Tagung thematisieren. Und dies aus gutem Grund, denn beim Kreisarchiv Esslingen läuft seit mehreren Jahren ein Projekt zur Erfassung von Burgen und Burgstellen im Kreis. Dieses ist Ausgangspunkt für die Fragestellung der ersten Sektion, was Burgeninventarisation leisten kann und soll, zumal im Land auch andernorts Inventarisationsprojekte laufen, wie das von Alfons Zettler herausgegebene Werk „Burgen im Breisgau“ und das jüngst erschienene Werk „Burgen im Kreis Ravensburg“ zeigen.

Die Tagung soll in drei Sektionen untergliedert werden.
Die erste Sektion wird sich der Burgen Inventarisation und ihren Möglichkeiten und Grenzen widmen. Ausgangspunkt ist ein am Kreisarchiv Esslingen seit mehreren Jahren laufendes Projekt zur Erfassung von Burgen und Burgstellen im Landkreis. Die Sektion soll neue Perspektiven für die Inventarisation und Erfassung von Burgen seitens der Baudenkmalpflege wie auch der Archäologie aufzeigen. Gefragt sind auch Beiträge zur Geschichte der Burgeninventarisation in Baden-Württemberg.
In einer zweiten Sektion sollen exemplarisch in klassischer Form neue Forschungen zu Einzelobjekten bzw. Objektgruppen präsentiert werden. Interdisziplinär angelegte Forschungen im Kontext sind hier besonders gefragt. Das Zeitspektrum kann und soll von der frühmittelalterlichen Adelsburg bis zum festen Schloss der Renaissance reichen. Neben baumonographischen Beiträgen sind auch (kunst-) historische und kulturhistorische Beiträge erwünscht. Gefragt sind aktuelle Bauuntersuchungen an Objekten in Baden-Württemberg, die Vorstellung einer Gruppe von Objekten eines bestimmten Bauherrn, der Vergleich einer Burgengruppe oder die Bedeutung einer Anlage in historischem Zusammenhang.
Eine quasi dritte Sektion wird als Exkursion die Stadtbefestigung der ehem. Reichsstadt Esslingen mit der sog. „Burg“, einen zur Artillerieverteidigung im 16. Jahrhundert ausgebauten besonders starken Abschnitt der Befestigung, vorstellen.
Die einzelnen Vorträge sollen in keinem Fall länger als 25 Minuten dauern. Tagungsort ist das Landesamt für Denkmalpflege Baden-Württemberg in Esslingen am Neckar. Eine Publikation der Tagungsbeiträge ist zeitnah geplant.

Interessenten für Vorträge reichen Ihre Vorschläge bitte bis spätestens 29. April 2016 ein bei

Dr. Christian Ottersbach
Landesamt für Denkmalpflege Baden-Württemberg
Referat 83.2
Berliner Straße 12
73728 Esslingen
Tel.: 0711/904-45119, christian.ottersbach@rps.bwl.de

Source:  http://arthist.net/archive/12082